Sponsors of Formula 1

Neugierige Sponsoren der Formel 1

Die Formel 1, die Königsklasse des Motorsports, zieht seit Langem Werbetreibende an, die ihre Namen mit Geschwindigkeit, technischer Innovation, internationalem Prestige und einer weltweit beachteten Rennserie verbinden möchten. Kommerzielle Markenwerbung wurde ab Ende der 1960er-Jahre zu einem prägenden Bestandteil des Sports, als sich die Teams zunehmend von den traditionellen nationalen Rennfarben entfernten und verstärkt auf Sponsoren angewiesen waren, um die Fahrzeugentwicklung, Reisen, Mitarbeiter und die Teilnahme an den Rennen zu finanzieren. Seitdem spiegeln die Lackierungen der Formel-1-Wagen wechselnde wirtschaftliche Trends wider – von den einst dominierenden Tabakunternehmen bis hin zu Marken aus den Bereichen Technologie, Finanzen, Mode, Konsumgüter und Luxuswaren. Neben bekannten multinationalen Sponsoren traten jedoch auch Geldgeber auf, deren Produkte, Identität oder geschäftliche Vereinbarungen für den Spitzenmotorsport ungewöhnlich erschienen. Einige Partnerschaften waren lediglich exzentrisch, während andere aufgrund nicht erfüllter finanzieller Zusagen, öffentlicher Auseinandersetzungen oder unerwarteter Werbeentscheidungen für Kontroversen sorgten. Die folgenden fünf Beispiele zeigen, wie das Sponsoring in der Formel 1 gelegentlich Geschichten hervorgebracht hat, die beinahe ebenso denkwürdig waren wie die Rennen selbst.

ABBA und ATS

Die 1970er Jahre waren nicht nur für die Formel 1, sondern auch für die Discomusik eine goldene Ära. Überraschenderweise kollidierten diese beiden Welten. Das deutsche F1-Team ATS, dem 1977 die Finanzierung fehlte, fand in niemand geringerem als ABBA, der schwedischen Pop-Sensation, unerwartete Gönner. Benny Andersson, ein Mitglied von ABBA, war ein Rennsportbegeisterter und beschloss, das ATS-Team für eine kurze Zeit zu sponsern. Auch wenn die Partnerschaft kaum dazu beitrug, die Erfolge des Teams auf der Rennstrecke zu steigern, bleibt sie eines der ungewöhnlichsten Sponsorings in der Geschichte der Formel 1.

Supercomputer für Onyx

1989 stieg Onyx in die Formel 1 ein, nachdem sich das Team zuvor in den Nachwuchsrennserien als konkurrenzfähig etabliert hatte. Der von Alan Jenkins entwickelte und von einem Ford-Cosworth-Motor angetriebene ORE-1 trat mit auffälliger Unterstützung von Moneytron an, einem Finanzunternehmen, das mit dem belgischen Geschäftsmann Jean-Pierre Van Rossem verbunden war. Onyx musste sich den erheblichen technischen und finanziellen Herausforderungen stellen, mit denen viele kleinere Konstrukteure dieser Zeit konfrontiert waren, erzielte jedoch trotzdem einige bemerkenswerte Ergebnisse. Stefan Johansson belegte beim Großen Preis von Frankreich den fünften Platz und erreichte anschließend in Portugal überraschend Rang drei, womit er Onyx den einzigen Formel-1-Podestplatz der Teamgeschichte sicherte. Trotz dieses Erfolgs wurde der Rennstall durch Streitigkeiten um die Eigentumsverhältnisse und anhaltende finanzielle Probleme geschwächt, sodass er sich noch während der Saison 1990 aus der Weltmeisterschaft zurückzog.

Die fünf seltsamsten Sponsoren der Formel 1

Der Prinz, der die Pfeile begrub

T-Minus, eine Marke, von der noch niemand gehört hatte, erschien 1999 auf den Arrows-Autos. Hinter dieser mysteriösen Marke stand Prinz Malik um Ibrahim, der erhebliche finanzielle Unterstützung versprach. Leider scheiterten die Versprechen des Prinzen, und Zahlungen kamen nur selten zustande. Die ganze Episode warf einen Schatten auf das Arrows-Team, das finanziell Probleme hatte und schließlich im Jahr 2002 scheiterte.

Rich Energy gegen Haas

Auch die Neuzeit ist nicht frei von seltsamen Sponsoren. Da kommt Rich Energy ins Spiel, ein Energy-Drink-Unternehmen, das 2019 Hauptsponsor des Haas F1-Teams wurde. Von Anfang an war die Partnerschaft voller Kontroversen. Fragen zur Legitimität von Rich Energy führten zusammen mit den dreisten öffentlichen Äußerungen von CEO William Storey zu einer turbulenten Beziehung. Der Deal endete vorzeitig mit einer sehr öffentlichen und erbitterten Spaltung.

BBC gegen Durex

Einer der aufsehenerregendsten Sponsoren in der Formel 1 war Durex, der Kondomhersteller, der 1976 das Surtees-Team unterstützte. Der Schritt war so umstritten, dass die BBC aus Geschmacks- und Anstandsgründen beschloss, das Rennen nicht zu übertragen Beim Großen Preis von Großbritannien in diesem Jahr waren die Zuschauer der Meinung, dass das Sponsoring zu riskant sei.

Abschluss

Die Formel 1 basiert auf dem Zusammenspiel von hoch entwickelter Technik, strategischer Entscheidungsfindung und außergewöhnlichem fahrerischem Können. Gleichzeitig ist auch ihre kommerzielle Geschichte reich an exzentrischen und unerwarteten Episoden. Von Popmusikern und mysteriösen Investmentprojekten bis hin zu umstrittenen Konsumgütermarken und fragwürdigen Energy-Drink-Unternehmen zeigen diese Sponsoringvereinbarungen, dass nicht jede Partnerschaft einem gewöhnlichen Geschäftsmodell folgte. Einige verschafften den Teams kurzfristig wichtige finanzielle Mittel, während andere zu Streitigkeiten, Rufschäden oder Versprechen führten, die niemals eingehalten wurden. Gemeinsam verdeutlichen diese Beispiele, dass sich hinter dem Glanz und der technischen Raffinesse der Formel 1 eine facettenreiche Geschichte verbirgt, die nicht nur von Fahrern und Ingenieuren geprägt wurde, sondern auch von ungewöhnlichen Persönlichkeiten und Unternehmen, die bereit waren, ihre Namen auf einem Rennwagen zu präsentieren.